Es war kurz nach sieben, die Kartoffeln standen auf dem Herd, und dann klingelte das Telefon. Eine freundliche Stimme, ein Name, den ich noch nie gehört hatte: Pulvital. Es ging um ein Vorteilspaket, um Cashback beim Einkaufen und beim Reisen. Ich habe höflich zugehört, mir den Namen auf den Einkaufszettel gekritzelt und aufgelegt. Und dann hab ich mich gefragt, was wahrscheinlich jeder fragt: Ist Pulvital seriös, oder bin ich gerade knapp an etwas vorbeigeschrammt?

Ich bin 61, war 30 Jahre Buchhalterin bei einem Maschinenbauer in der Nordostecke der Stadt und habe in meinem Leben genug Verträge gelesen, um bei Telefonangeboten erst einmal die Augenbrauen zu heben. Mein Mann sagt, ich sei misstrauischer als die Steuerprüfung. Er hat nicht ganz unrecht.

Erster Reflex: Googeln.

Also habe ich am nächsten Morgen genau das eingetippt: „Pulvital seriös“. Was man da findet, ist ehrlich gesagt ein Durcheinander. Ein paar Forenbeiträge von Leuten, die ebenfalls angerufen wurden. Manche fanden die Anrufe lästig, andere schrieben, sie nutzen das Cashback inzwischen regelmäßig und es funktioniere. Ein Bewertungsportal, dessen Seite gar nicht mehr existierte. Viel Rauschen, wenig Klarheit.

Was mir auffiel: Richtig böse Geschichten, also abgebuchtes Geld ohne Vertrag oder verschwundene Kontakte, habe ich nicht gefunden. Lästig ja. Betrug, soweit ich sehen konnte, nein. Das ist schon mal etwas, aber für mich noch kein Freispruch.

Ein Unternehmen ist nicht unseriös, weil es anruft. Aber es muss sich gefallen lassen, dass man ganz genau hinschaut.

Was steckt eigentlich drin?.

Ich wollte nicht über etwas urteilen, das ich nicht verstanden habe. Also habe ich mir das Vorteilspaket in Ruhe angesehen. Im Kern geht es um Geld zurück: beim Online-Einkauf in Partnershops, laut Angabe bis zu 20 Prozent, und bei Reisen über eine ganze Reihe von Veranstaltern. Dazu kommen noch ein paar weitere Bausteine für den Alltag.

Klingt erst mal nach dem, was man von vielen Cashback-Programmen kennt. Der Unterschied liegt, wie so oft, im Kleingedruckten. Und genau da habe ich angesetzt.

Meine Checkliste vom Küchentisch.

Wenn ich wissen will, ob ein Anbieter ordentlich arbeitet, gehe ich immer die gleichen Punkte durch. Das hat mit Bauchgefühl wenig zu tun, eher mit Gewohnheit aus dem alten Job:

  • Gibt es ein vollständiges Impressum mit echter Anschrift?
  • Bekomme ich die Vertragsbedingungen schriftlich, bevor ich irgendetwas zusage?
  • Wie lange läuft der Vertrag, und wie kündige ich?
  • Gibt es ein Widerrufsrecht, und wird es mir erklärt?
  • Kann ich jemanden erreichen, wenn etwas nicht klappt?
  • Hört der Anbieter auf anzurufen, wenn ich darum bitte?

Vor allem der letzte Punkt war mir wichtig. In den Forenbeiträgen schrieben mehrere Leute, dass die Anrufe aufhörten, nachdem sie sich gemeldet und darum gebeten hatten. Das ist für mich ein kleines, aber ehrliches Zeichen. Unseriöse Firmen machen einfach weiter.

Der zweite Anruf.

Eine Woche später kam tatsächlich noch ein Anruf. Diesmal war ich vorbereitet, mit Notizbuch und Kugelschreiber. Ich habe nach den Kosten gefragt, nach der Laufzeit, nach der Kündigung und ob ich alles vorher schriftlich bekomme. Die Dame am Telefon war geduldig, auch als ich zum dritten Mal nachgehakt habe. Gedrängelt hat sie nicht. Als ich sagte, ich wolle das erst in Ruhe lesen, war das in Ordnung.

Ich gebe zu, ich hatte mit einem harten Verkaufsgespräch gerechnet. So schlimm wurde es nicht. Trotzdem bleibe ich bei meiner Regel: Am Telefon sage ich grundsätzlich nichts zu. Nicht bei Pulvital, nicht bei meiner Krankenkasse, nicht bei meinem eigenen Bruder.

Also: Ist Pulvital seriös?.

Nach drei Wochen und einer halben Kanne Kaffee am Tag ist mein Eindruck dieser: Ich habe keine Hinweise auf Betrug gefunden. Es gibt Leute, die das Angebot nutzen und zufrieden sind. Es gibt Leute, die von den Anrufen genervt waren. Beides kann gleichzeitig stimmen.

Ob sich das Paket lohnt, hängt ganz einfach davon ab, wie man lebt. Wer oft online bestellt und ein, zwei Mal im Jahr verreist, holt vermutlich etwas raus. Wer im Laden um die Ecke einkauft und Urlaub im Schrebergarten macht, eher nicht. Das muss jeder für sich ausrechnen. Ich hab es für uns mit Bleistift gemacht, so wie früher.

Mein Rat, ganz ohne Verkaufsabsicht.

Lassen Sie sich die Bedingungen schicken. Lesen Sie sie bei Tageslicht. Schauen Sie auf Laufzeit und Kündigung. Und wenn Sie keine Anrufe mehr möchten, sagen Sie es klar. Das ist Ihr gutes Recht, und nach allem, was ich gelesen habe, wird es auch respektiert.

Ein letztes Wort.

Ich schreibe diesen Blog, weil ich bei meiner Suche nach „Pulvital seriös“ so wenig Persönliches gefunden habe. Nur Schnipsel. Vielleicht hilft meine Geschichte jemandem, der gerade mit dem gleichen Zettel am Küchentisch sitzt. Wenn Sie eigene Erfahrungen gemacht haben, gute wie schlechte, schreiben Sie mir gern. Ich lese alles, versprochen. Manchmal dauert die Antwort nur ein bisschen, die Enkel gehen vor.

Herzlich, Ihre Angelika

Post an mich: hallo@angelikas-notizbuch.de